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Managementnachwuchs erfolgreich machen. Personalentwicklung für High Potentials

Gute Führungskräfte sind auf dem Arbeitsmarkt immer schwieriger zu finden. Umso wichtiger wird es, laufend neue, junge Potentialträger zu gewinnen und zu entwickeln.

Rezension zum Buch

“Die Suche nach High Potentials hat in der Wirtschaft epidemieartige Züge angenommen. Toughe Hochschulabsolventen testen auf zahlreichen Bewerbermessen ihren Marktwert, namhafte Firmen machen allein für ihre Messepräsenz ohne Zögern fünfstellige Beträge locker.
Ob die Unternehmen die Hoffnung umtreibt, sich mit den High Potentials langwierige Personalentwicklungsmaßnahmen sparen zu können? Schließlich ist für viele Trainees der ‚Sprung ins kalte Wasser’ immer noch mehr die Regel denn die Ausnahme. Personalentwicklung beschränkt sich demzufolge auf die Disziplin ‚Freischwimmen’.”
Mit seinem Buch „Managementnachwuchs erfolgreich machen” setzt der Autor Peter Wollsching-Strobel dem fatalen Verständnis von Nachwuchsförderung einen detaillierten Leitfaden entgegen, der professionelle Standards für die Laufbahnplanung der begehrten High Potentials setzen will. Diesem Anspruch wird der Autor vollauf gerecht, auch wenn sich die Frage stellt: Wie viele Unternehmen sind bereit bzw. in der Lage, sich daran messen zu lassen?

Wer High Potentials nicht nur einstellen, sondern auch mit Maßnahmen ‚on the job’ systematisch fördern will, rührt schnell am Unternehmens-Fundament: Wie ist die gegenwärtige Stellung im Markt? Welche Entwicklungsmöglichkeiten, welche Risiken eröffnen sich? Wo liegen die ‚critical incidents’, mit denen das Unternehmen immer wieder zu kämpfen hat?

Gerade diese sind es, so Wollsching-Strobel, auf die der talentierte Managementnachwuchs angesetzt werden muss, um sich ‚zielgerichtet und unmittelbar anwendbare Problemlösekompetenz’ anzueignen. Nur dann diene Nachwuchsförderung der Unternehmenssicherung. Die strategische Dimension der Nachwuchsförderung sei jedoch immer nur eine Seite. Die andere ist laut Wollsching-Strobel die ‚menschelnde’: Promotet das Top-Management das projektbezogene Lernen an den ‚kritischen’ Bereichen des Unternehmens? Wie steht es generell um die firmeneigene Lernkultur?

Löblich: Der Autor schließt seinen Leitfaden mit Praxisbeispielen und Interviews, die zeigen, dass es sehr wohl Unternehmen gibt, die bereit sind, ans ‚Eingemachte’ zu gehen.
Fazit: Ein Buch, das insbesondere für Personalentwickler mit der Kraft zu innerbetrieblichen Überzeugungsarbeit bestimmt ist.”

Quelle: TRAINING aktuell 3/2000 vom 28. Februar 2000

Wollsching-Strobel, P. (1999). Managementnachwuchs erfolgreich machen. Personalentwicklung für High Potentials (1. Aufl.). Wiesbaden: Gabler.